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Anlagenbetreiber begrüßen VDKF-LEC

Rund 25 Teilnehmer, darunter namhafte Unternehmen wie Michelin KGaA, Volkswagen AG, Continental AG und Robert Bosch GmbH, informierten sich am 13.07. im Rahmen einer VDKF-LEC-Informationsveranstaltung bei der IHK Kassel über die Vorteile des Programmpaketes. Die Veranstaltung der IHK Kassel, des Technologie TransferNetzwerks Hessen (TTN), des VDKF e. V., der Volkswagen AG und des Zentrums für integrierten Umweltschutz (ZiU) stand unter dem Titel „Umsetzung neuer rechtlicher Anforderungen beim Betrieb von Kälte- und Klimaanlagen“.

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Dipl.-Meteorologe Helmar Pflock, Leiter der Organisationseinheit Umweltschutz und Entsorgung der Volkswagen AG am Standort Kassel, betreut die rund 4.000 Kälte- und Klimaanlagen des VW-Standortes Kassel hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen, d.h. Einfluß auf die Ozonschicht durch FCKW- und H-FCKW-Kältemittel und Treibhauspotential durch FKW- und H-FKW-Kältemittel und eröffnete das Vortragsprogramm. Das vom VDKF-LEC Projektpartner ZiU entwickelte Vorgängerprogramm zur Erfassung von Kältemittelmengen und Verbräuchen fand einen seiner ersten Einsätze bei VW in Kassel. Vor der systematischen Erfassung der Anlagen waren die Kälte- und Klimaanlagen zum Teil überhaupt nicht erkennbar, ohne Typenschilder, nicht zugeordnet oder sogar überhaupt nicht als Kälte- oder Klimaanlage identifizierbar (z.B. Kältesätze an Produktionsmaschinen). Erst seit dem Einsatz der Software ist es im Werk Kassel möglich kältemittelbezogene Umweltbilanzen aufzustellen. Mitunter trat Erstaunliches zutage. So gibt es 14 Jahre nach der FCKW-Halon-Verbots-Verordnung und 5 Jahre nach der EU-VO 2037/2000 immer noch einen nicht unerheblichen Anteil an FCKW und H-FCKW-Anlagen, in der Hauptsache aber alte Kühlschränke der Belegschaft (!) und Schaltschrankkühler. Energieeffiziente und umweltschonendere Neuinvestitionen würden sich in diesem Fall schon nach 1,5 bis 3 Jahren amortisieren. Über die Dokumentation wurde erstmals erkennbar, daß manche der Prozesskühlsysteme für die Teileproduktion überhaupt nicht notwendig sind, da die ausgelegten Extremtemperaturen auch nach Abschalten der Kühlaggregate nie erreicht wurden und sämtliche Teile in den Toleranzgrenzen blieben. Ein Merkblatt für die kältetechnischen Anlagenplaner ist nach diesen Resultaten bereits erschienen und die systematische Erfassung und Protokollierung der Kälte- und Klimaanlagen wird im Hause VW für weitere Zielvorgaben verwendet.

Da aber viele Industrieunternehmen und gewerbliche Anlagenbetreiber keine eigene Betreuung ihrer Kälte- und Klimaanlagen im Haus haben, sondern extern an Kälte-Klima-Fachbetriebe vergeben, ist VDKF-LEC zur Abnahme ihrer Protokoll- und Aufzeichnungspflichten die richtige Lösung. Einhellig begrüßten die Teilnehmer die Vielfalt der Möglichkeiten, die VDKF-LEC zur Erfüllung der umfangreichen Berichtspflichten und Leckagekontrollen bietet. Eine konkrete Frage aus dem Publikum „Kann mir mein Fachbetrieb alle Pflichten abnehmen?“ Die Antwort lautet mit VDKF-LEC ganz klar „Ja“. Die Verantwortung des Betreibers für seine Anlagen bleibt bestehen aber alle damit verbundenen Auflagen und Pflichten können vom Fachbetrieb mit VDKF-LEC abgenommen werden.

Was beim nationalen und europäischen Gesetzgeber alles heute schon Vorschrift ist und noch künftig auf die Betreiber zukommt, erläuterten Sascha F. Wenzler (Geschäftsführer VDKF e. V.) und Yorick Lowin (Informationsstelle Umweltorientierte Unternehmensführung VDKF) in ihren Beiträgen. Eine wahre Verordnungsflut ist bei der rechtlichen Umsetzung des Montrealer und des Kyoto-Protokolles zu beachten, z.B. FCKW-Halon-Verbots-Verordnung, Umweltstatistikgesetz, EU-VO 2037/2000, Chemikalien-Ozonschicht-Verordnung, EN 378, EU-F-Gase-VO, um nur einige zu nennen. Zu den Aufgaben bei der Erfüllung der Vorschriften zählen u. a. umfangreiche Leckagekontrollen, Emissionsreduzierung, Energieeffizienz, Wartungsaufgaben, Protokollpflichten und die Erfassung direkter und indirekter Emissionen.

Die Komplettlösung für den Betreiber nach dem Motto „Alles aus einer Hand“ ist vor diesem Hintergrund VDKF-LEC, eingesetzt von seinem zuständigen Kälte-Klima-Fachbetrieb. So bleibt gewährleistet, daß alle vorgeschriebenen Arbeiten nur von qualifiziertem Fachpersonal mit der geforderten Sachkunde ausgeführt werden. Kälte-Klima-Fachbetriebe bieten dem Betreiber von der Planung über die Installation, Wartung, Service bis hin zur umfassenden Protokollierung und Dokumentation mit VDKF-LEC ein Rundum-Paket zur optimalen Betreuung der betriebenen Kälte- und Klimaanlagen.

Roland Paradies und Michael Langhorst des VDKF-LEC-Projektpartners ZiU präsentierten in ihrem Vortrag ausführlich und kompetent die einzelnen Programmelemente. Wichtig für Anlagenbetreiber und Kälte-Klima-Fachbetriebe: VDKF-LEC dient nicht nur der Erfassung und Dokumentation direkter Emissionen, sondern berücksichtigt heute schon das Thema indirekter Emissionen, damit verbundener CO2-Potentiale und den TEWI (Total Equivalent Warming Impact) der Anlagen und Systeme. Man denke hier nur an dem Emissionshandel, der mittelfristig über die Schiene größerer Betreiber auch bei der Kälte- und Klimatechnik Einzug halten wird, um die CO2 -Emissionen über den Energieverbrauch in den Griff zu bekommen.

Ebenso wichtig ist für die nationale und europäische Politik, daß es nur über VDKF-LEC durch die Sammlung, Aufbereitung und Aggregation der Daten mit Hilfe einer speziell dafür eingerichteten Monitoringstelle erstmals möglich sein wird, verläßliches Datenmaterial über Kältemittelmengen, Leckageraten, Art der verwendeten Kältemittel, Subtsitutionsraten etc. zu erarbeiten und den politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Denn spätestens mit der EU-F-Gase-Verordnung werden neben den Betreibern auch die Mitgliedsnationen selbst zur regelmäßigen Berichterstattung ihrer Emissionen an die EU-Kommission verpflichtet.

„Mit VDKF-LEC für heute und für die Zukunft gut gerüstet – Die komplette Dienstleitung für Betreiber vom Kälte-Klima-Fachbetrieb“. So läßt sich das Resümee der gelungenen Veranstaltung in Kassel ziehen.